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Afrika Expeditionen Sahara Durchquerung

** Tunesien - Algerien - Niger **

El Qued - Hassi Messaoud - Djanet/Tassili - Hoggar/Assekrem - Tamanrasset - Gara Eker - In Guezzam - Agadez - Tahoua - Birnin Konna - Niamey


Flug von Frankfurt nach Tunis zu Afrika Expeditionen Sahara. Unser LKW war mit der Fähre von Italien nach Tunesien überführt worden. In Tunis empfing uns strahlende Sonne und ein milder Wind. Alles Gepäck war vorhanden, die Zollabfertigung problemlos. Während die Sonne unterging, fuhren wir nach Karthago in das Hotel AMILCAR.


Vom Balkon haben wir einen schönen Blick auf die Bucht von Tunis und das abendliche Mittelmeer. Nach dem Abendessen und viel Rotwein sang uns derselbe milde Wind durch die geöffnete Balkontür in den Schlaf.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Tunis, um die Altstadt mit ihren Basaren zu besuchen. Nach der Rückkehr schauten wir uns auch in Karthago in den Ausgrabungsstätten der letzten Reste der römischen und punischen Ruinen um.












Tunis – Ghardimaou – Souk Arras – Tebessa – El Oued


Dann war es endlich soweit – nachdem alles Gepäck auf dem LKW verstaut war, konnten wir auf guter Straße Richtung algerische Grenze bei Ghardimaou los fahren . Von Anfang an wurde es hinten kühl, die durchsichtigen Fensterfolien in der Plane waren beschlagen. Der Start war grau und langweilig. Bald machte sich hier und da Müdigkeit breit, Kälte kroch den Rücken hoch, Walkmänner wurden ausgepackt, Bonbons herumgereicht. Mit der Sonne kam Leben in die Bude, als wir GHARDIMAOU , das Grenzdorf an der tunesisch-algerischen Grenze erreichten Hier machten wir Rast und tankten den LKW voll, da hier Diesel extrem billig ist.


Der tunesische Zöllner war zwar nett, fahndete aber dennoch nach Drogen. Die Grenzpolizei hatte andere Sorgen, denn einer von uns konnte seinen Abrisszettel von der Gelddeklaration nicht finden. Fünf Minuten lang drohte die Rückkehr nach Tunis, dann ließ sich auch dieser Schaden afrikanisch, d.h. mit Dollars, beheben.

Dann ging es die Berge hoch, durch Eukalyptuswälder, bis zum algerischen Zoll. Der vorgeschaltete Polizeiposten ist ausgesprochen freundlich, guckte kurz in die Pässe und deutete uns an, dass wir zwar noch auf tunesischem Gebiet seien, aber erst in zwei Kilometern Entfernung „das gelobte Land“ vorfänden. Dort ist eine ausgewachsene Zollstation, die sachlich-nüchtern an die Arbeit geht. Aufgrund schlechter Organisation dauerte diese jedoch wiederum etwas länger. Als der Wagen wieder rollt, war die Sonne fast untergegangen. Nach wenigen Kurven erklärten wir eine Wiese voller Schafskot zum örtlichen Campingplatz.













Das Equipment hat Premiere, wir stellten uns alle nicht dumm an, das Essen schmeckte hervorragend, aber es ist draußen teuflisch kalt. Zwischen 8 und 9 Uhr lagen alle im "Bett", d.h. in mehr oder weniger dicken Schlafsäcken mit mehr oder weniger dicken Socken und Schlafanzügen, auf Isoliermatten und Aludecken.
Nach zehn Stunden Schlaf war es wieder Tag, mit wenigen Regentropfen, Minimaltoilette und einfachem Frühstück. Am Ende fehlten einige Teller, verursacht durch unsere Besucher im Camp. Die Fahrt ging weiter durch die Ausläufer des Tell­-Atlas.

Die Berge waren stellenweise bewaldet mit Büschen und Eukalyptusbäumen, meist bedeckt von einer dünnen Schicht mit spärlichem Gras . Die Straße war gut und wand sich in vielen Kurven auf und ab allmählich hinunter nach SOUK-ARRAS, einer sehr lebendigen Marktstadt.
Die Täler wurden breiter, die Berge niedriger, die Farbe des Landes wechselte allmählich von Grün zu Ocker, kein Zweifel – ganz allmählich beginnt die Wüste. Entlang der tunesisch-algerischen Grenze sahen wir, wie Eisenerz im Tagebau abgebaut wird. Bei TEBESSA, einer hässlichen Provinzstadt, campierten wir. Erstmals brannte ein Lagerfeuer, in Windeseile wurden zwei große Töpfe mit Gemüseeintopf vorbereitet. Nach dem Essen verschwanden alle im Zelt. Die Nacht war klamm, aber nicht allzu kalt. Der Regen hatte aufgehört, das Licht war phantastisch. Heute war mein Geburtstag und wir versammelten uns vor dem Lkw für einige Fotos zu diesem Anlass.













Nach dem Abendessen gab es aus unserer „Schatzkiste“ einige Dosen Pils, Rum aus Jamaica (Captain Morgan), satte 73%. So konnte die Fete beginnen und das tat sie auch ganz heftig. Ich wurde immer wieder hinauf auf den Lkw geschickt, um Getränkenachschub herunter zu holen. Bei einem Manöver rutschte ich an der Eisenleiter ab und schlug mit der Brust gegen eine Stufe – Verdacht auf Rippenbruch. Der Rest der Fete war eine Katastrophe, aber schön! Friedhelm schlief im Führerhaus mit dem Kopf auf dem Kühlschrank, ich auf dem Boden der Ladefläche, einer im Freien und der Rest im Zelt.



Trotz allem, oder vielleicht gerade deshalb, war diese Nacht die bisher wärmste. Katerfrühstück mit Ölsardinen. Der Frühstückstee schmeckte immer noch nach Rum.

Wir rollten in die Wüste. Der Übergang ging ganz schnell. Links unendliche Weite, übersät mit kleinen Stauden. Hier und da eine Betonhütte. Bald auch die ersten Berberzelte, vereinzelt Kamele, hier und da ein Esel. Die Telegrafenmasten versanken im Sand, die Leitungen verliefen teilweise "unterirdisch“. Dann kamen die ersten Sanddünen beidseits der Straße. Vom Gipfel der Dünen ergab sich ein prächtiger Ausblick über das Sandmeer.

















Als nächste Oase erreichten wir EL OUED, die Stadt der 1000 Kuppeln. Es war Freitag und Markttag. Alle Düfte des Orients, Massen von Menschen. Eindrucksvoll war die Moschee und das Färberviertel. Ich war mit der Filmkamera unterwegs und versuchte in der vorgegebenen Zeit möglichst viele Motive einzufangen, war aber zum vereinbarten Zeitpunkt nicht am Fahrzeug.







El Oued - Touggourt - Hassi Messaoud - In Amenas - Illizi

Es ging weiter nach TOUGGOURT. Die Dünen wichen von der Straße zurück, die Landschaft wurde weniger interessant. Alle einhundert bis zweihundert Meter fand man Teile eines Autoreifens neben der Straße, schon ein echtes Wahrzeichen der Sahara. Die Sonne sank tiefer, wir suchten einen Campingplatz und versandeten auf dem Weg dorthin, nur 100 Meter abseits der Straße. Es benötigte zahlreiche Versuche, um die Piste und die Teerstraße wiederzufinden. Der zweite Versuch auf einer etwas besseren Piste gelang. Es war inzwischen spät und kalt und zugig geworden. Die Nacht war kurz, entsprechend früh brausten wir am Morgen nach Süden und erreichten HASSI MESSAOUD. Rundum am Horizont leuchteten die Feuer der Schornsteine, die das über dem Erdöl befindliche Gas abfackelten. Das Netz der Telegrafen- und Strommasten wurde wesentlich dichter. Wir waren im "Ruhrgebiet" Algeriens. Hier konnten wir unsere ganzen Vorräte auffrischen, erstmals auch Diesel und Wasser nachtanken. Diesel kostet etwa 10ct pro Liter, Superbenzin etwa 40 ct pro Liter. Wasser gab's auch nicht umsonst. Immer wieder ein Stück von der Straße entfernt vereinzelt Bohrtürme, Petro-Anlagen, zwei Stunden später jedoch zu unserem maßlosen Erstaunen rechts der Straße eine kilometerlange Grünfläche, die uns zum Anhalten bewegte. Es handelt sich um eine staatliche Agrarfabrik mit riesigen Bewässerungsanlagen, deren große Rotoren mit einer Spannweite von 100 bis 150 Metern die topfebene Fläche bewässern und aus dem Sand eine wunderschöne Grünfläche zauberten. Die Dünen waren kilometerweit von der Straße entfernt. Wir rasteten schließlich auf einer topfebenen Fläche, die nur am Horizont von leichten Sandbergen begrenzt wurde.









Gott sei Dank war es windstill. Das letzte Holz sollte uns dazu dienen, eine in Hassi Messaoud gekaufte Hammelkeule zu grillen. Nur das große Bier, das sich jeder in Deutschland dazu bestellen würde, das wird hier ausbleiben. Die Hammelkeule erwies sich als Rinderkeule, das Essen war vom Feinsten und das Holz glühte bis kurz vor Mitternacht. Endlich einmal ein lauer Abend am Lagerfeuer, wie wir es uns immer gewünscht hatten. Später gab es noch leichten Regen. Die Stimmung beim Aufstehen war grandios. Wir waren alleine auf einer riesengroßen Ebene, dem GASSI TOUIL, einer rund zwanzig Kilometer breiten Sandebene, die in Nord-Süd-Richtung die östliche Sahara und den GRAND ERG ORIENTAL durchdringt. Das Besteigen von Sanddünen, die sicherlich über 100 Meter hoch waren, fand seinen Höhepunkt mit unglaublichen optischen Eindrücken. Die Fotos konnten hier mehr als jedes Wort sagen.














Wir ließen uns für dieses Erlebnis sehr viel Zeit und starteten erst gegen Mittag weiter in Richtung Süden. In HASSI TABANKOURT nahte der zweite Höhepunkt des Tages, nämlich mitten in der Wüste eine heiße Quelle, schwefelhaltig, die in Rohre gefasst war. Durch undichte Stellen im Rohr bildete sich eine Art Dusche, wo wir uns alle duschen und unsere schmutzige Wäsche waschen konnten. Auf dem Wagen sah es später aus wie bei Hempels unterm Sofa: Bottiche mit feuchter, frisch gewaschener Wäsche, Fressalien, nasse Schuhe, Handtücher etc. Bei Eintritt der Dunkelheit errichteten wir in der Nähe unser Silvester-Camp.
Das Essen war noch nicht fertig, aber auf dem Tisch stand eine eindrucksvolle Batterie von Bier- und Pepsidosen. Silvester konnte steigen.











Am Morgen war es lausig kalt. Die lange Nacht forderte ihren Tribut, die Wäsche auf der Leine war weitgehend trocken, aber fast so schmutzig wie vorher. Die Fahrt anschließend führte durch eine Schutt- und Geröll-Landschaft von großen Ausmaßen. Ein Höhepunkt auf der Strecke war der „Hammelsprung“ (saut du mouton),
einige Kilometer hinter OHANET.










Das Plateau hat bizarre Gesteinsschichten und Felsformationen und gibt den Blick in die weite Ebene des GRAND ERG ORIENTAL frei. Das Plateau du TINRHERT wirkte unter einem wolkenreichen, sonnigen Himmel besonders eindrucksvoll.

Wir erreichten bald IN AMENAS, eine Industriesiedlung aus der Retorte, völlig zersiedelt und schlecht beschildert.




Auf dem zentralen Platz des Ortes erfuhren wir, dass die Vergabe der Permits für die Weiterreise nach ILLIZI und DJANET wegen des 1. Januar erst morgen erfolgen konnte. Man erlaubte uns aber die Weiterfahrt mit der Auflage, im fast 300 km entfernten Illizi, wo der Asphalt endgültig aufhört, die Formalitäten zu erledigen. Wir fuhren raus aus dieser hässlichen Kleinstadt am Ende der Welt und campten leicht windgeschützt in einer Sandmulde etwas abseits der Straße. In rascher Fahrt ging es morgens nach Süden. In einem Gebiet mit herrlich hohen Sanddünen unmittelbar links neben der Straße machten wir einen Zwischenstop und die zweite Dünenbesteigung bei herrlichen Licht- und Fotoverhältnissen.
















Nach einer Stunde ging es weiter und bald waren wir in ILLIZI. Die Permitformalitäten liefen weitgehend reibungslos. So schien alles in bester Ordnung, bis wir dann doch noch eine Zollkontrolle über uns ergehen lassen mussten.


















Illizi – Plateau de Fadnoun - Tassili-Massiv - Djanet

Wir verließen Illizi und machten uns auf die Suche nach einer geeigneten Campsite. Unter verkrüppelten Schirmakazien schlugen wir unser Camp auf. Endlich gab's mal wieder ein Lagerfeuer, weil nämlich unsere Mittagspause in der Nähe eines OUEDS stattfand, wo sich mehrere abgestorbene Bäume fanden, die wir mit vereinten Kräften zerkleinerten.









Am Morgen ging es recht harmlos weiter mit einer riesigen Staubfahne, aber schon nach kurzer Zeit in eine Region mit schwarzem Basalt, massiven Gesteinsbrocken, kurzen, unangenehmen Anstiegen. Das Ganze nimmt immer wildere Formen an, ähnelt einer Mondlandschaft. Es ist das PLATEAU DE FADNOUN.










Für diese 80 km lange Durchquerung brauchten wir den ganzen Tag, eine Mittagspause, zwei Pinkelpausen und eine Pause zum Reinigen des Kraftstoff-Filters mit eingerechnet. Unterwegs begegneten uns nur wenige Autos. Zwei Brücken unterwegs waren eingestürzt. Sie mussten jeweils durch ausgetrocknete Oueds umfahren werden. Kurz vor Sonnenuntergang ging es dann in einer rasanten, kurvenreichen Abfahrt vom PLATEAU DU FADNOUN hinunter in ein Tal, wo wir abseits des Weges unter einigen Bäumen einen guten Lagerplatz fanden. Heute Lagerfeuer und mit einem Schluck Calvados nach dem Essen in die Koje. Es folgten noch einige Geröllpassagen am Ende des PLATEAUS DE FADNOUN, bis es mehr und mehr in die TASSILI-Berge ging, die ihrem Ruf und ihrem Postkarten-Image vollauf gerecht wurden - teilweise gewaltige Felstürme, die aus einem Sandmeer aufsteigen, Tafelberge und gewaltige Massive mit teils horizontalen, teils vertikalen Spalten . Das Ganze erreichte seinen Höhepunkt auf dem TASSILI-Pass TIN-TARADJELI.

Wir durchquerten noch einige Senken und Ebenen zwischen den Bergen, in denen relativ dichte Schirmakazien und kleineres Gestrüpp standen. Nach einem kurzen Abstecher von der Hauptpiste kamen wir nach Fort GARDEL, wo wir uns erneut zu einer Paßkontrolle vorstellen mussten. Unterwegs hatten wir wieder mit gewaltigen Staubwolken zu kämpfen, die unser eigener Wagen aufwirbelte. Bei Rückenwind und beim Abbremsen wurden wir sozusagen von hinten vom Staub überholt. Wir alle sahen mit unseren Skibrillen aus wie Grubenarbeiter.









Die Fahrt nach Fort Gardel war landschaftlich wunderschön. Sie ging entlang der Südfront des Tassili-Gebirges über eine wellige Sandpiste. Bei der Suche nach einem Camp abseits der Piste blieben wir dann im Sand stecken. Damit war die Wahl des Campingplatzes getroffen. Wir reduzierten den Luftdruck der Reifen und nach Entladen des Fahrzeugs konnten wir uns aus eigener Kraft befreien.­ Die Nacht war bitterkalt, beim Frühstück herrschte Zähneklappern. Aber das Panorama war gewaltig.

Wir starteten ohne Probleme und kamen nach etwa zwei Stunden Fahrt immer entlang der Südfront des Tassili-Gebirges, in DJANET, der "Perle der Oasen", an. Der Ort liegt in einem Hochtal, das ausgedehnte Palmenhaine aufweist. Die Häuser klettern beidseits des Tals am Hang hoch. Bei der Einfahrt in den Ort die unvermeidliche Zollkontrolle, hier recht lasch gehandhabt. Wir erledigten die Formalitäten auf der Polizei und fuhren anschließend zum einzigen Hotel am Ort, dem ZERIBA, einer modernen Karawanserei, in der sich alle "Wüstenritter" mit Motorrad, Geländewagen, Lkw, Pinzgauer, VW-Bus usw. im Laufe des Tages einfanden.












Wir campierten auf dem Campingplatz des Hotels und freuten uns wie die Kinder auf die spärlich fließende Dusche. Wir gingen auf Oasenerkundung.. Ein relativ kleiner Markt, der das Notwendigste an Früchten und Gemüse bot. Von der Höhe her ein wunderbarer Blick über den Palmenhain im Tal. Von der Talsohle her ein ebenso schöner Blick auf die Häuser am Hang. Unter den Palmen zum Teil Grünflächen, zum Teil Gartenbau. Am Abend fiel das vorgesehene Abendessen im Restaurant des Hotels aus, weil es dem Ansturm der vielen Gäste nicht gewachsen war. Wir aßen also unsere eigenen Vorräte und nach dem Essen spendierte Friedhelm französischen Landwein. Bald ging es wieder raus aus Djanet auf die Hauptpiste, in die Sonne, in den Staub, in die Schlaglöcher.

Djanet – Hoggargebirge – Tamanrasset

Die Tassili-Berge lagen jetzt zu unserer Rechten (TASSILI N'AJJER), die Sanddünen des ERG D'ADMER zu unserer Linken - beeindruckende Landschaften. Abseits der Piste unter einer Schirmakazie bauten wir bei Sonnenuntergang unser Camp auf.


Die Nacht war mondhell und lausig kalt. Vor dem „Zuzeltgehen“ stieg ich noch einmal auf den Hügel hinter unserem Camp, um die gigantische Aussicht auf die im Mondlicht liegende Landschaft zu genießen. Frühstück mit Zähneklappern. Pünktliche Abfahrt. Ein unwahr­scheinlich holpriger, stürmischer Ritt durch eine Ebene mit grobem Sand, Schotter, Geröll und Steinen. Ein marodes Wegekreuz zeigte die Abzweigung der Pisten zwischen AMGUID und TAMANRASSET an. Der wichtigste Verkehrsknotenpunkt der Süd-Sahara war in Wahrheit ein Schrotthaufen mit Initialen, sonstigen Verewigungen, leeren Fischdosen etc.


Viele Wracks am Wegesrand waren Personenwagen, meist Kleinwagen bis hinunter zum 2CV. Wir fuhren weiter nach Südwesten und mussten nach zwei Stunden Fahrt feststellen, dass wir auf der falschen Piste, nämlich der nach AMGUID, gelandet waren und in einem Bogen von Süden her auf diese Piste und nicht auf die nach TAMANRASSET zurückgefunden hatten. Die Fahrer entgegen kommender Erdöl -Transporter bestätigten unseren Verdacht.




Wir mussten zurück bis zum besagten Wegekreuz. Vier Stunden schwerstes Gerumpele und Geschüttele umsonst. Wir fanden das Kreuz und auch die richtige Piste und fuhren in einen warmen Nachmittag hinein, vorbei an dem verlassenen französischen Fort Serouenout.









Kurz danach verließen wir die Piste, um abseits auf einer flachen Anhöhe zu campieren. Die Nacht war wieder sternenklar und nicht allzu kalt. Am Morgen zeigte das Thermometer 5 Grad plus. Die Hauptpiste nach TAM war schnell gefunden, aber nicht markiert. Wir fuhren über ein Hochplateau, das relativ hohe Geschwindigkeiten erlaubte und im Süden von ersten Ausläufern des HOGGAR-Gebirges begrenzt ist. Ihnen vorgelagert ist der mächtige TELERTHEBA (ca. 2.500. Meter). Plötzlich machte der LKW einen gewaltigen Satz, als wir eine Bodenwelle übersahen. Die Folge: drei Blätter der vorderen rechten Feder waren gebrochen. Der Wagen hing in den Seilen. Die Feder wurde mit einer Klammer stabilisiert und es ging weiter, allerdings mit etwas gebremstem Schaum.


IDELES und HIRHAFOK waren Minidörfer am Ende der Welt. Aber immerhin gab es in Hirhafok eine Wasserpumpe, die von Sonnenkollektoren betrieben wurde. Nach einer letzten Polizeikontrolle auf dieser Strecke bogen wir in Richtung ASSEKREM ab und suchten uns alsbald ein Camp. Unter mächtigem Arbeitseinsatz versuchten Friedhelm, Livi und ich die Blattfeder vorne zu wechseln, was aber aus verschiedenen technischen Gründen nicht gelang. Wir bemerkten dies erst, als die alte Feder unter größten Mühen so weit zu bewegen war, dass wir sie fast, aber eben nur fast, herausnehmen konnten. So blieb uns nichts Anderes übrig, als im Schein der Taschenlampen bis spät in die Nacht den Status von vorher wieder herzustellen und die bandagierte alte Feder wieder einzubauen. Geplant war, den Austausch der linken vorderen Feder auf dem ASSEKREM, während wir den Gipfel besteigen und besichtigen wollten, vorzunehmen. Die rechte gebrochene Feder musste dann wohl mit Hilfe einer Werkstatt in TAMANRASSET ersetzt werden. Nach dem Frühstück ging es mit Behutsamkeit hoch zum ASSEKREM. Die angeschlagene Feder, die sich etwa beim jedem zehnten Schlagloch wieder in die alte Position zurückbewegte, musste geschont werden.

Die Gegend war eindrucksvoll. Viele verschiedene Ge­steinsformationen ragen wie Zinnen in den Himmel.









Etwa auf der halben Strecke und dann noch kurz vor Erreichen des Endziels gab es jeweils einen extrem steilen Anstieg , eine mächtige Beanspruchung des LKW, der sich mühsam hoch quälte. Hier hatten Fahrzeuge ohne Allrad nur geringe Chancen. Gegen Mittag erreichten wir das Plateau unterhalb des ASSEKREM, die Endstation für uns. Es handelt sich um einen Sattel, auf dem es irrsinnig pfiff. Man musste sich die Mütze auf dem Kopf festhalten, man konnte die Kamera mit Teleobjektiv nicht ruhig halten.


Das Terrain war mit einer Steinmauer umgeben und be­herbergte drei bis vier Flachbauten. Wir "mieteten" einen Raum für sechs Personen. Friedhelm und ich schliefen auf dem Wagen. Bis es aber soweit war, mussten Friedhelm, Livi und ich härteste Arbeit verrichten. Wir hatten uns vorgenommen, auf diesem Hochplateau die linke vordere Feder auszutauschen, während die anderen zum ASSEKREM-Gipfel hoch stiegen, zur Eremitage des PERE DU FOUCAULD (2.700m), die dieser dort vor fast hundert Jahren errichtet hatte, um seinem Schöpfer nah zu sein. Der Blick, den er in immer neuen Worten beschrieb, war ein Blick auf die berühmte Ansicht der Hoggarberge, den TRIDENT und die dahinter gestaffelten, in immer neuen Grautönen sich abzeichnenden Berge, die bis zum Horizont aus dem Grau herauswuchsen.



Leider hatten wir ausgesprochen schlechtes Wetter erwischt, der Himmel war grau und bewölkt. Bei heftigstem Wind umrundeten die anderen oben das Plateau. Als sie wieder hinunterstiegen zur Pass-Station, waren wir, die "Blattfederabteilung", noch immer massiv beschäftigt. Bei starkem kaltem Wind, der immer wieder den Staub unter das Fahrzeug wehte und uns in die Augen flog, leisteten wir Schwerstarbeit und schafften es gerade zum Abendessen, als das Feuer im Kamin prasselte. Kurz vor Sonnenaufgang kletterte auch ich zusammen mit ein paar Anderen auf den ASSEKREM, um wenigstens den Sonnenaufgang mitzubekommen.

Leider war auch dieser nicht von der Sorte, die den ASSEKREM berühmt gemacht hat. Die Sonne ging hinter dichten Wolken auf und erreichte somit, sobald sie den Wolkensaum überschritt, schon eine hohe Leuchtkraft, die uns „nur“ eine herrliche Morgenstimmung bescherte.

Dann ging es in Richtung TAMANRASSET. Die Gegend war anfangs noch spektakulär, wich dann immer größeren Geröllfeldern, so daß sich sehr bald wieder Müdigkeit breit machte und die ganze Mannschaft schlief. Kurz vor TAMANRASSET machten wir unter einigen Schirmakazien in der Nähe des Ilamane-Felsens eine Mittagspause.









Schließlich landeten wir in der berühmten Hauptstadt des HOGGAR, die unter Saharafahrern einen sagenhaften Ruf genießt. Alles ist dort möglich, alles ist dort problematisch, hauptsächlich aber der Behördenkrieg. Wir fuhren als Erstes zum Campingplatz hinaus. Ein Rundgang dort ist immer ein Erlebnis für sich.

Das Bestaunen der Zelte, der Ausrüstungen, der Fahrzeuge, des Mutes, den einzelne Wüstenritter mit ihrer Ausrüstung dokumentieren. Wir luden dort nahezu die ganze Ausrüstung vom Wagen ab, denn die „Federabteilung“mussten mit dem Lkw jetzt eine Werkstatt finden, in der wir das Federproblem beheben konnten. Dort gab es dann das erforderliche Werkzeug und den elektrischen Strom für unser eigenes Schweißgerät und schufen so die Voraussetzungen dafür, dass die zweite, tatsächlich gebrochene Feder vorne rechts jetzt von uns auf der Campsite ausgetauscht werden konnte. D.h. die Nieten waren weggefräst und durch Schraubbolzen ersetzt worden. Im Schatten der zentralen Schirmakazie des Camps machten wir uns erneut an die Arbeit.



Für Friedhelm und mich stand noch eine heiße Nacht bevor. Wir mussten, nachdem die Feder repariert war, mit dem Wagen an die einzige Tankstelle der Stadt fahren, um uns dort an der Zapfsäule anzustellen, die Nacht dort auf dem LKW zu verbringen, um morgens zu den Wenigen zu gehören, die die erforderliche Menge Diesel aus der neuen Lieferung bekamen.





Tamanrasset – Gara Ekar – In Guezzam/Nigergrenze - Assamaka

Zoll fand nicht mehr statt, er wurde offensichtlich an die Grenze zum Niger ausgelagert. Nach etwa 60, 70 Kilometern endete der Asphalt und die berühmte Südpiste begann. Sie verlief zunächst durch ein breites, durch Hügel natürlich begrenztes Tal mit etlichen Bäumen und einzelnen Sträuchern.


Bald fand man die ersten Autowracks am Wege, ausschließlich Pkws und der Horizont wurde immer weiter und mündete in eine endlose, ebene Sandfläche, hier und da ein Markierungspunkt irgendwo auf der Piste.

Zahllose ineinander verschlungene und parallel laufende Fahrzeugspuren wiesen den Weg und zu allem Überfluss fehlte die Sonne am bedeckten Himmel und schließlich fiel auch etwas Regen. Am Nachmittag verließen wir die Piste, um zu Füßen eines Hügels das Camp aufzuschlagen.



Bei der Suche nach dem passenden Standplatz für den LKW setzte dieser im weichen Sand mit beiden Tanks und dem Differential auf und musste mit vereinten Kräften freigeschaufelt werden.









Nach dem Frühstück kamen wir aus unserem Sandloch erstaunlich gut weg auf die Piste.



Es ging zuerst in flotter Fahrt voran nach Süden, vorbei an vielen Autowracks. Die unregelmäßig auftauchenden Markierungspfosten nach IN GUEZZAM haben mahnenden Charakter, ihr Ausbleiben wird oft lange nicht bemerkt.



Das Absonderlichste der Etappe war aber ein Japaner, der sich mit dem Fahrrad unterwegs befand und mit einer halbleeren Wasserflasche uns zuwinkte. Er bat darum, seine Literflasche aufzufüllen, um seinen mutigen Ritt durch die Wüste fortsetzen zu können.







Als mitten auf der Piste einige Baumaschinen standen und hinter ihnen ein Sandfeld sich ausbreitete, das es zu umgehen galt, wählten wir die linke Seite, gerieten auf eine schöne Piste, die uns unmerklich ins Abseits führte. Nach 69 km machten wir Mittagspause und stellten zu unserem maßlosen Erstaunen fest, dass seither keine Markierungspfosten mehr zu sehen und dass wir von der Piste abgekommen waren. Von einem Hügel aus suchten wir mit dem Fernglas die Umgebung ab und sahen einen Armeeposten südlich voraus, der sehr bald Aktivitäten entwickelte und uns mit einem Unimog und etwa neun Mann Besatzung entgegenkam. Der Anführer geleitete uns mit seinem Unimog zurück zu seinem Quartier und malte uns dort eine sehr exakte Wegeskizze auf, mit deren Hilfe wir die Hauptpiste nach etwa 55 km wiederfanden. Am Markierungspfahl "92 IN GUEZZAM" auf der Wüstenautobahn gab es aus diesem Anlass Bier aus den Vorräten.

Am Abend campierten wir inmitten einer auch fotografisch sehr eindrucksvollen Felsenlandschaft, dem Gara Eker, einem weiteren Höhepunkt der Reise.


















Wir waren sehr früh dran, konnten etwas für die Körperpflege tun und die nähere Umgebung besichtigen. Wir saßen bis lange in die Nacht und fühlten uns rundherum wohl. Die Nacht war relativ warm.

Die Felsen des MONT TEZZARANIE, die uns umgaben, ließen die ersten Strahlen der Morgensonne nicht durch. Die restlichen 85 km bis zur Grenze verliefen ohne Besonderheiten, immer der kilometerbreiten Hauptpiste folgend mit gelegentlichen weichen Sandfeldern. IN GUEZZAM, die algerische Grenzstadt zum Niger war erreicht. Hier mussten wir die Zollformalitäten erledigen. Freundlich winkende Menschen säumten die Straßen.


Eine gefürchtete Treibsandpiste führt über etwa 15 bis 20 Km durch das Niemandsland zur nigrischen Grenzstation ASSAMAKA. Der Grenzübergang war wegen der Mittagspause geschlossen, die bis gegen 15 Uhr andauerte. Zu unserem maßlosen Erstaunen gab es eine Kneipe, rechteckig, mit Sandfußboden und Holzdach und so konnten wir inzwischen den Staub in der Kehle hinunter spülen.





Um 15 Uhr die berühmte Kontrolle: alles Gepäck runter vom Wagen, Stichproben – bis auf die letzte Unterhose. Feuerwerkskörper, die wir als Signale für den Fall des Verirrens in der Wüste dabei hatten, wurden stillschweigend konfisziert.

Assamaka – Arlit - Agadez



Gegen 16 Uhr waren wir dann auf der Piste in Richtung ARLIT und campierten bei untergehender Sonne vor einer Sanddüne in einer wunderschönen, riesigen weiten Wüstenlandschaft. Der Sonnenaufgang, den viele mit gespannten Kameras erwarteten, war nicht von der gewünschten Art.




Auf breiter Sandpiste ging es die letzten 100 km nach ARLIT. Die lehmfarbenen niedrigen Häuser von Arlit ähneln denen im Süden Algeriens, das Leben in den Straßen zwischen den Häusern ist jedoch ungleich bunter und lebhafter. Erst hier merkt man, was man in der muslimischen Sahara vermisst hat: Lebensfreude, kindliche Unbeschwertheit, Musik, Frauen im Straßenbild und den Genuss eines kühlen Bieres. Kein Zweifel - wir sind in Schwarzafrika. Hier in Arlit beginnt wieder die Asphaltstraße. Die Weiterfahrt verging wie im Fluge. Am Wegesrand gelegentlich kleinere Herden von Eseln, Kamelen und Ziegen, die mit Strohballen für den Hüttenbau beladen waren. Gegen Abend erreichten wir AGADEZ.









Schon am Stadtrand weisen Schilder auf Campingplätze hin. Hier wollten wir zwei Tage bleiben und so war zum Glück mal wieder Ausschlafen angesagt.

Morgens fuhren wir mit dem LKW in die Stadt. Der Wagen wurde vor dem ersten Hotel am Platz, dem "HOTEL DE L'AIR“ geparkt.













Gegenüber befand sich die Moschee, deren Turm aufgrund herausragender Balken wie mit Stacheln bewehrt aussah und der das höchste Bauwerk in Sandbauweise in Afrika darstellt. Schon bevor wir den Wagen verließen, sprang uns ein Schild ins Auge, auf dem unter anderem in deutscher Sprache zu lesen war: "Alte, gute Tuareg-Sachen". Der Inhaber namens Mohammed erwies sich als äußerst clever, er war in Deutschland gewesen und sprach sehr gut Deutsch. Sein besonderer Service: Man konnte in seinem Laden per Satellit nach Deutschland anrufen und mußte dafür nur knapp das Doppelte zahlen wie bei der Post, bei der allerdings dieser Vorgang fünfmal so lang gedauert hätte. Der Eintausch eines Reiseschecks bei der einzigen Bank am Ort benötigte einen Zeitaufwand von 1 bis 1 1/2 Stunden, so daß wir die Gelegenheit wahrnahmen, zu einem vernünftigen Kurs auf der Straße schwarz zu tauschen.


In der Stadt und rund um den Markt zahlreiche Sonnendächer und Mattenzelte, in denen Spieße, Hammelkeulen und Ähnliches gebraten wurden.

Auf dem Weg zum Kamelmarkt vor der Stadt gelangte man an der Werkstatt des berühmtesten Silberschmieds der Stadt, Mohammed KOUMAMMA, vorbei, in der man den üblichen Tuareg-Schmuck erwerben konnte.





Draußen vor der Stadt auf einem riesigen Sandplatz, lagerten die Kamele, dösten die Esel und klagten die Lämmer und Ziegen in der heißen Sonne und warteten auf Käufer.

Um vier Uhr ging es zurück zu einem erholsamen Spätnachmittag im Camp. Abends gab's Kamelkeule, Bier und Rotwein.




Agadez – Tahoua – Birnin-Konna – Dogondutchi - Niamey

Wieder frühes Wecken. Die rasche Fahrt auf schnurgradem Asphalt ging nach Südwesten in Richtung TAHOUA. Die gut 400 km waren an diesem Tag nicht zu schaffen. Die ersten Stunden Sahel-Landschaft beidseits der Straße mit Dornenbüschen und Schirmakazien. Auf dem Boden breitete sich immer dichter das ockerfarbene, berüchtigte GRAM-GRAM-Gras aus, dessen Widerhaken sich überall anklammern. Am späten Vormittag kam es zu einem sehr starken Seitenwind, der die ganze Landschaft in einen feinen Nebel aus staubförmigem Sand hüllte. Teils fürchteten, teils hofften wir, es könnte ein Sandsturm daraus werden. Dieses Erlebnis hatten wir bisher noch nicht gehabt. Der Wind beruhigte sich wieder und wir machten Mittagspause in der Nähe einer Tuareg­familie. Sie schauten uns stumm beim Essen zu, ließen sich anschließend beschenken und fotografieren.









Im nächsten Dorf eine kalte Cola, anschließend rechts ab in den weichen Sand zum nächsten Camp. Der Lkw fand ohne Einsanden zurück zur Teerstraße und zügig ging es in Richtung TAHOUA, dass es uns hinten fast die Hemden auszog. Trotz Brillen und einiger Erfahrung mit dem heftigen Fahrtwind war dies auf die Dauer doch eine arge Strapaze, schon allein durch das Dröhnen in den Ohren, das noch nach dem Anhalten fortbestand. Plötzlich sahen wir in einiger Entfernung eine große Ansammlung von Menschen und Tieren, die sich um einen Ziehbrunnen scharte. Die dichte Staubwolke gab der Szene in der untergehenden Sonne etwas Unwirkliches. Die Nomaden waren dabei, mit riesigen Lederbeuteln, die über Seile an den Kamelen befestigt waren, Wasser aus einem Brunnen herauf zu holen. Das Wasser wurde in Tröge gegossen und stand den Tieren zum Saufen zur Verfügung. Das Kreischen der ungeölten hölzernen Rolle der Seilwinde gab der Stimmung ein besonderes Gepräge.




















TAHOUA der obligatorische Besuch bei der Polizei, daneben auch bei der Bank und auf dem Markt, der ein sehr reichhaltiges Warenangebot hatte.













In BIRNIN-KONNI gönnten wir uns eine weitere ausgiebige Pause, ein Zeichen dafür, dass wir sehr gut in der Zeit lagen und nicht zu früh in NIAMEY eintrudeln wollten. In einem schattigen Hotelgarten gab es eisgekühltes Bier und Angebote der Straßenhändler.

Schon um vier Uhr am Nachmittag bei noch brütender Hitze suchten wir ein schattenloses Camp, mussten uns dann jedoch vorerst mit dem Schatten, den der LKW spendete, zufrieden geben. Es gab an diesem Abend ein wahres Festessen. Die Temperatur wurde immer angenehmer, so dass es uns schwer fiel, den Weg ins Zelt zu finden.

Frühstück und Abfahrt ohne Besonderheiten. Auf der Straße die übliche Situation: heftigster Wind, starke Sonneneinstrahlung und Hitze und eine eintönige Savannenlandschaft. Das Asphaltband zog sich schnurgerade nach Südwesten. Gelegentlich das Durchfahren von Dörfern und Kleinstädten mit johlenden Menschen. Es machte keinen Sinn, noch vor der Hauptstadt ein weiteres Mal zu campieren. Die Stadt, die vor Jahren noch eine Kleinstadt mit wenigen Straßen war, hatte sich inzwischen zu einer Metropole gemausert, zumindest was die Bevölkerungs- und Häuserdichte betrifft. Stempelorgie auf der Präfektur, Bestätigung unserer Rückflüge bei der Sabena und hinaus ging's zum Camping-Platz, einem großen, lauten Sand-Areal, das von Reggae-Musik flächendeckend bestrahlt wurde. Dafür floss gegen 19 Uhr die Dusche nicht mehr. Wir tranken einige Biere und gingen dann schlafen.

Frühstück wie immer. Gegen zehn Uhr Abfahrt in die Stadt bei schon enormer Hitze. Wir spazierten zum Ufer des Nigerflusses, zum Grand Hotel, tranken Campari-Soda und schauten auf den träge dahin fließenden Fluss.


Unser letzter Tag in Afrika. Er begann mühsam, träge, mit Bauchknurren und schwerem Kopf. Nach leidlicher Erholung und einem knappen Frühstück machten wir uns um die Mittagszeit erneut auf zum Grand Hotel, um Schwimmbad und Umgebung dort zu genießen.

Am nächsten Morgen bauten wir das Camp ab und bereiteten uns auf die Fahrt zum Flughafen und den Rückflug nach Hause vor.




Was blieb, waren die Erinnerungen an die Durchquerung der Sahara, der größten Wüste der Erde mit den herrlichen Sanddünen des Erg Oriental und des Erg Tiguentourine und die Felsenlandschaften des Hoggar und des Tassili........





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Über mich

Seit 1973 habe ich in 22 afrikanischen Ländern über 42 mehrwöchige Expeditionen, Trekkingreisen und Afrikadurchquerungen unternommen und dabei unzählige Fotos und mehrere Dokumentarfilme gemacht. Besondere Höhepunkte dabei waren Bergbesteigungen, Kamelwanderung und Wüstenwanderung, Masaiwanderungen, Motorradsafari, Flugsafaris, Dhausegeln im Indischen Ozean, Rafting im Sambesifluss, Ultralightflug über die Viktoriafälle und viele Begegnungen mit noch völlig ursprünglich lebenden Stämmen in vielen Ländern Afrikas. Mit der Bereitstellung meiner Reiseberichte und Fotos möchte ich interessierten Menschen eine spannende Begegnung mit den Schönheiten des Schwarzen Kontinents ermöglichen. Für Fragen zu Einzelheiten der Reisen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

"Es ist nicht die Kraft, nicht die Ausdauer, die uns schwierigste Situationen bewältigen lässt, sondern die Sehnsucht nach dem, was uns hinter dem Horizont erwartet und der Stolz, auf das zurück zu blicken, was hinter uns liegt……."

(Johnny Hinzen)

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Copyright für Fotos und Texte: Johnny Hinzen - Tel.: 0211 - 305923 - Fotoarchiv Afrika Johnny Hinzen

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